Dr. (Univ. Pavia) Bernd Hoppelshäuser

 

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Augenarzt Nittendorf Dr. Hoppelshäuser

Augenarztpraxis

Nittendorf

 

Das Sehorgan

 

Zum Sehorgan rechnet man den Augapfel mit dem Sehnerven und, als Hilfseinrichtungen des Auges, die äußeren Augenmuskeln, den Tränenapparat und die Augenlider mit der Augenbindehaut.

Der Augapfel liegt im Fettgewebe der Augenhöhle. Mit Hilfe eines besonderen Bindegewebslagers ist er wie ein Kugelgelenk durch den Zug der Augenmuskeln beweglich. Der Augapfel zeigt drei Augenhäute:

 

• die Lederhaut (Sclera): Sie fängt den Binnendruck des Auges auf und schützt den Augapfel vor mechanischen Schäden wie Stößen oder Schlägen.

• die Aderhaut (Choroidea): Sie ist sehr gefäßreich und "ernährt" die anliegenden Schichten der Netzhaut.

• die Netzhaut (Retina): Sie ist die innerste Schicht der Augenhäute und die sensorische Empfangsfläche des Auges. Die Wahrnehmungen werden hier aufgenommen und über den Sehnerven weitergeleitet. Am hinteren Pol des Auges befindet sich in der Netzhaut eine kleine Grube, die Fovea centralis. Sie ist die Stelle des schärfsten Sehens.

 

Das optische System des Auges, der dioptrische Apparat, ist ein nicht exakt zentriertes, zusammengesetztes Linsensystem, das auf der Netzhaut ein umgekehrtes und verkleinertes Bild der Umwelt entwirft. Der dioptrische Apparat besteht aus:

• der durchsichtigen Hornhaut (Cornea): sie ist gefäßlos und in feuchtem Zustand glasklar. Verdunstet die Flüssigkeit, trübt sich die Hornhaut

• der vorderen und hinteren Augenkammer: diese sind mit Kammerwasser gefüllt

• der Regenbogenhaut (Iris): sie bildet die Pupille und reguliert den Lichteinfall des Auges

• der Linse: sie wird von einer durchsichtigen Linsenkapsel umgeben, ist beiderseits gewölbt und verformbar. Die Verformbarkeit nimmt im Alter ab

• dem Glaskörper: er füllt den größten Raum des Augapfels aus. Der Glaskörper ist ein wasserklares Gel aus extracellulärer Flüssigkeit, in der Kollagen und Hyaluronsäure gelöst sind.

 

Der Sehnerv und die Sehbahn

 

Die Sehzellen der Augen sind mit Nervenzellen verbunden, deren Ausläufer sich zu einem Bündel von Nervenfasern zusammenlagern, dem Sehnerven (Nervus opticus). Er wird von den Hirnhäuten umgeben, die als Optikusscheide bezeichnet werden.

Dort, wo der Sehnerv durch die Lederhaut tritt und in das Gehirn zieht, findet man keine Sehzellen. Diese Stelle wird auch als blinder Fleck bezeichnet.

 

Die Sehnerven beider Augen treten durch den knöchernen Teil der Augenhinterwand. Hier kreuzen sich die Fasern der medialen (mittleren) Netzhauthälften (temporale, äußere Gesichtsfeldhälften), während die Fasern der lateralen Netzhauthälften ungekreuzt verlaufen. Im Sehzentrum des Gehirns entsteht dann aus den Bildern, die der linke und der rechte Sehnerv übermitteln, das Gesamtbild des Gesehenen.

 

Das Stäbchen- und Zapfensystem

 

In der Netzhaut des Auges kommen zwei Arten von Photorezeptoren vor, die Stäbchen und die Zapfen. Sie haben die Aufgabe, Reize zu empfangen. Im menschlichen Auge gibt es etwa 120 Millionen Stäbchen und 6 Millionen Zapfen. Die Zapfen liegen dabei mehr zentral, die Stäbchen mehr in der Peripherie.

 

In der Makula, die ca 3,5 mm seitlich der Augenpapille liegt, kommen die Zapfen in hoher Dichte vor. In der Mitte der Makula befindet sich eine kleine Grube mit 1,5 mm Durchmesser, die Fovea. Hier befindet sich die Stelle des "schärfsten Sehens".

 

Lichtsignale aus der Umwelt werden durch das Stäbchen- und Zapfensystem aufgenommen und in ein für das Gehirn verwertbares Signal umgewandelt. Die Stäbchen sind hauptsächlich für das Sehen in der Dämmerung und bei Nacht wichtig, Zapfen für die Farbwahrnehmung und das Formen-Sehen.

 

Das Farbensehen

 

Alles, was man in der Umwelt sehen kann, hat für den normal farbtüchtigen Menschen eine große Mannigfaltigkeit verschiedener Farbnuancen. Etwa sieben Millionen verschiedener Farbvalenzen können unterschieden werden.

 

Theorien des Farbensehens

 

Eine Theorie des Farbensehens besagt, dass sich auf der Netzhaut drei verschiedene farbempfindliche Zapfentypen befinden. Diese Zapfen sind spezifisch für die Primärfarben rot, grün und blau. Alle anderen Farben können mit dem Einfall von Licht aus diesen Primärfarben gemischt werden (trichromatische Theorie des Farbensehens nach Young, Maxwell und Helmholtz).

Die Gegenfarbentheorie von Hering beschreibt vier Urfarben: rot, gelb, grün und blau. Rot und grün bilden dabei ein gegenläufiges Pärchen, ebenso gelb und blau. Löst grün z.B. an den farbspezifischen Rezeptoren einen Reiz aus, löst rot gleichzeitig eine Hemmung aus.

 

Die Prüfung des Farbsehens

 

Eine erste orientierende Untersuchung des Farbsehens wird mit Hilfe der pseudoisochromatischen Farbtafeln nach Ishihara durchgeführt. Diese Farbtafeln zeigen ein Muster bunter Farbflecken mit gleichem Helligkeitswert, in dem nur der Farbtüchtige die richtige Zahl erkennt.

 

Das Bild auf der Netzhaut

 

Der dioptrische Apparat des Auges ist vergleichbar mit einer Kamera. Im Idealfall treffen sich Lichtstrahlen in einem Punkt auf der Netzhaut und erzeugen so ein scharfes Bild. Dafür ist ein perfektes Zusammenspiel von Hornhaut, Pupille, Linse und Augapfel nötig. Je nachdem, ob sich ein Objekt in der Nähe oder in der Ferne befindet, verformt sich die Linse automatisch, wie beim Scharfstellen einer Kamera. Diese Fähigkeit der Verformung lässt im Alter (ab ca. 40 Jahren) nach.

Je stärker eine Linse gewölbt ist, umso kräftiger bricht sie die Strahlen. Der Brennpunkt rückt dann näher. Je kürzer die Brennweite, umso größer ist die Brechkraft. Rückt der Brennpunkt weiter hinaus, wird die Brechkraft geringer.

 

Als Maß für die Brechkraft gilt die Dioptrie, sie wird wie folgt berechnet: Dioptrienzahl = 1 : Brennweite in Metern. Eine Sammellinse hat +Dioptrien, eine Zerstreuungslinse -Dioptrien.

Als Sehschärfe wird die Fähigkeit des Auges bezeichnet, in einer bestimmten Entfernung zwei benachbarte Punkte noch getrennt wahrnehmen zu können.

 

Durch die Pupille fällt das Licht in das Auge. Je dunkler es ist, umso größer ist die Pupille, bei hellem Sonnenschein wird der Lichteinfall auf die Netzhaut reduziert. Gesteuert wird dies durch Muskelsysteme in der Iris.  Gleichermaßen wird die Brechkraft der Augenlinse durch diese Muskeln beeinflußt. Die Anpassung des Auges, der Brechkraft des dioptrischen Apparates, an die Distanz des jeweiligen fixierten Gegenstandes erfolgt durch eine Änderung der Krümmung der Linse. Diesen Vorgang nennt man Akkommodation. Wie bei einem Photoapparat durch Abnahme der Blendenweite, so nimmt beim Auge die Tiefenschärfe zu, wenn die Pupille enger wird.

 

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